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Slogan erstellen (Kernbotschaft 1/6): 5-Schritte Video-Guide

Slogan ertsellen
Kernbotschaft 1/6: Slogan erstellen. Wie findest du den perfekten Slogan für dein Unternehmen? Das erfährst du in diesem 5-Schritte-Guide mit vielen Beispielen.

Inhalt

Hier findest du den Video-Guide zum Thema „Slogan erstellen“, darunter einen detaillierten Artikel mit Schritt-für-Schritt-Anleitung (Gliederung leicht angepasst).


Möchtest du einen Slogan erstellen, der die richtigen Menschen auf dein Produkt oder deine Marke aufmerksam macht und sich so griffig einprägt, dass er direkt im Gedächtnis bleibt? Hier teile ich meinen 5-Schritte-Guide mit dir, mit dem du den perfekten Slogan für dein Business erstellen kannst.

Außerdem kannst du dich auf ein paar wertvolle Tipps freuen, wie ChatGPT oder eine andere Copy AI deinen Output noch kreativer gestalten kann.

Das Ganze findest du auch als Video oben.

Was ist ein Slogan?

Ein Slogan ist ein einprägsamer Wahlspruch.

Ähnlich wie ein Logo, nur das es weniger um das Wiedererkennen als vielmehr um das Erinnern geht.

Der Begriff „Slogan“ leitet sich vom schottisch-gälischen ab und war in Friedenszeiten wohl der Sammelruf eines Clans sowie deren Schlachtruf im Krieg (zumindest sagt das Wikipedia)

Im Wesentlichen hat ein Slogan heute immer noch diese Aufgaben. Er ist die erste Botschaft eines Unternehmens, wenn es Menschen hinter seinen Ideen versammeln und für sich oder sein Produkt oder seine Leistungen gewinnen möchte. In gewisser Weise ist ein Slogan auch die Kampfansage an die Konkurrenz. Er ist vermutlich die bekannteste Kernbotschaft eines Unternehmens und damit der Einstieg in seine Botschaftsarchitektur.

Botschaftsarchitektur

Die Botschaftsarchitektur ist eine Struktur von Kernbotschaften, also Aussagen mit unterschiedlichen Intentionen, die aufeinander aufbauen und zusammen garantieren, dass das Bild, das du von deinem Unternehmen etablieren möchtest, auch wirklich so in den Köpfen der Menschen entsteht.

Welche anderen Kernbotschaften es noch gibt und wie du eine Botschaftsarchitektur für dein Business erstellst, damit du nie wieder auf dem Schlauch stehst, wenn es um die richtigen Texte in deiner Kommunikation geht, erfährst du in diesem Artikel.

Was ist das Ziel eines Slogans?

Ein Slogan soll Wiedererkennbarkeit garantieren und Interesse für das Unternehmen dahinter wecken.

Beispiele für bekannte Slogans:

„Just do it“ (Nike)

„Together, we create change.“ (Adobe)

„3-2-1-Meins.“ (eBay)

Subway: „Eat fresh“

„Wohnst du noch oder lebst du schon?“ (Ikea)

„Shave Time. Shave Money.“ (Dollar Shave Club)

Wo könntest du deinen Slogan einsetzen?

  • Als Teil oder die Headline auf der Startseite deiner Website
  • Als Titel deiner ersten Kampagne
  • Als Abbinder hinter weiteren Kampagnen
  • Ganz prominent unter deinem Logo
  • Als Headline, wo du über deine Leistungserbringung schreibst
  • Auf den Autos deines Fuhrparks

Was macht einen wirklich guten Slogan aus?

  1. Klar und einfach
  2. Einprägsam
  3. Kommuniziert Alleinstellung
  4. Zielgruppenbewusst
  5. Konsistent zu deiner Marke

I. Ein guter Slogan ist klar und einfach

Ein Slogan sollte kurz und verständlich sein, sodass sich der Sinn sofort der Zielgruppe erschließt. Versuche möglichst:

  • Wörter zu nutzen, die deine Zielgruppe versteht, ohne zu spezifische Fachbegriffe.
  • Lange oder zusammengesetzte Wörter zu vermeiden.
  • Es möglichst kurz zu halten – idealerweise nicht länger als 3 bis 7 Wörter. (Eine Ausnahme besteht, wenn du damit eine Idee oder einen Gedanken äußerst, der sich besonders gut einprägt, wie beispielsweise „There are some things money can’t buy. For everything else, there’s MasterCard.“ von MasterCard)

II. Ein guter Slogan ist einprägsam

Ich sage immer: „Dein Slogan ist der Anker für eine Botschaft im Gedächtnis deiner Zielgruppe“.

Dein Logo sollte man wiedererkennen, deinen Slogan erinnern. Das Ziel ist also mit deinem Slogan, wenn möglich, sofort im Gedächtnis zu bleiben. Klassiker, um das zu erreichen, sind sprachliche Stilmittel wie:

A) Alliterationen

Beispiel: „Actimel aktiviert Abwehrkräfte.“ (Actimel)

B) Reime

Aber sei vorsichtig, wenn du hier den Lyriker machst. Das sollte wirklich originell sein, sonst umweht dein Unternehmen ganz schnell der Mief der 60er, ich sage nur: „Prüfe hier und prüfe da, kaufe dann bei C&A.“

C) In einem größeren Kontext setzen

Zeitgemäßer wird es, wenn du über deinen Slogan geschickt deine polarisierende Vision oder unternehmerische Idee kommunizierst (siehe dazu den Abschnitt „Slogan, Claim oder Tagline?“)

C) Überraschen / Perspektive umdrehen

Auch sehr stark ist es, wenn es dir gelingt, deiner Zielgruppe einen alternativen Blick auf deinen Bereich zu ermöglichen. Zum Beispiel, indem du ihnen eine Sichtweise auf die Dinge gibst, die sie darin bestätigt, dass deine Marke einen interessanten Ansatz verfolgt oder für sie relevant ist.

Das kann auch ruhig ein bisschen komisch klingen bei der ersten Begegnung. Denke mal an „Red Bull verleiht Flügel“.

Wenn du es schaffst, dass der Lesende nachdenkt, sich damit beschäftigt und dann zu einer Erkenntnis kommt: „Ah, weil man aktiv wird und dann über sich hinauswächst … Cool“, dann hast du schon gewonnen.

Denn: Wenn wir uns mit etwas beschäftigen, dann werden wir es auch eher erinnern.

III. Ein guter Slogan kommuniziert Alleinstellung

Dein Slogan sollte in irgendeiner Form dein Alleinstellungsmerkmal (also: deine Unique Selling Proposition, USP) kommunizieren – den Mehrwert deiner Marke. Zu dem Thema, wie du deinen USP findest, werde ich hier auch noch Guides erstellen. In Kürze: Überlege dir, was dein Unternehmen von deiner Konkurrenz unterscheidet und warum potenzielle Kund:innen oder Mitarbeitende sich für dein Produkt, deine Dienstleistung oder einen Job bei dir entscheiden sollten.

Ein Beispiel wäre hier etwa der Slogan von M&M: „Melts in Your Mouth, Not in Your Hands“.

IV. Ein guter Slogan ist Zielgruppenbewusst

Es klang schon bei den anderen Punkten ein bisschen an: Behalte beim Entwickeln deines Slogans deine Zielgruppe im Hinterkopf.

Frage dich: Welche Werte, Bedürfnisse oder Emotionen könnten deine potenziellen Kund:innen oder Mitarbeitenden ansprechen?

Der Slogan dient als vermutlich die prominenteste Verbindung zwischen deiner Zielgruppe und deiner Marke. Also versuche eine emotionale Wirkung bei dieser zu erreichen. Zum Beispiel, indem du sie zum Nachdenken bringst.

Dein Slogan sollte im Idealfall etwas bei ihnen auslösen.

  • Eine positive Empfindung,
  • eine Bestätigung
    • ihrer Haltung,
    • ihres Standpunktes
    • oder der Problemlösung die sie suchen.
    • Das Gefühl „die sprechen genau das aus, was ich dazu denke“ oder was ich brauche oder mir wünsche.

Eben wie bei Ikea: „Wohnst du noch oder lebst du schon?“

V. Ein guter Slogan ist konsistent zu deiner Marke

Der Slogan sollte in das Gesamtbild deiner Marke passen.

Frag dich:

  • Passt das zur Message oder dem Look deines Unternehmens,
  • zu deinem Logo und zu deiner Farbgebung,
  • zu deinen Unternehmenswerten und eurer Markenpersönlichkeit?
    Negatives Beispiel: Du duzt Kund:innen und Mitarbeitende, und es herrscht ein sehr freundschaftlicher Ton in eurer Kommunikation, aber der Slogan ist sehr kühl und technisch. Das passt nicht.

Der Slogan sollte die Persönlichkeit und Identität deiner Marke widerspiegeln und zu deiner visuellen Darstellung passen. „Wohnen oder leben das ist die Frage“ – Das passt nicht zum Charakter von Ikea.

Du hast gemerkt, es gibt unendlich viele Möglichkeiten für einen Slogan. Das kann einen schon ein bisschen überfordern. Deswegen habe ich hier 2 Ansätze, mit denen ein Slogan immer funktioniert:

Was funktioniert immer?

  •  nutzenorientiert
  •  emotional
  •  oder beides

Nutzenorientierte Slogans

Beispiel: Trade Republic, der Neo Broker, mit dem man in Finanzprodukte wie Aktien, ETFs, etc. investieren und handeln kann. Deren Slogan war mal:

„Lass dein Geld für dich arbeiten.“

Das ist sehr nutzenorientiert. Und vermutlich hast du den Satz auch schon einmal woanders gehört.

Ein Slogan muss also nicht einzigartig sein, wichtig ist, dass er nicht von einem anderen Unternehmen in deiner Nische genutzt wird, damit es nicht zur Verwechslung kommt oder Probleme bei irgendwelchen Nutzungsrechten auftreten – das ist, denke ich, klar.

Entscheidend ist, dass er zum Unternehmen und deinem Geschäftsmodell passt. Er sollte vermitteln, was deine Kundschaft von einer Zusammenarbeit hat, welches Gefühl sie transportiert.

Was hast du (als Kund:in) davon?

-> Du kannst dein Geld für dich arbeiten lassen.

= Nutzenorientiert.

Emotionale Slogans

Beispiel McDonalds: „Ich liebe es“

Da geht es um das Gefühl, das die Leute beim Essen haben (sollen): Positivität, Freude, Leidenschaft

Slogans, die sowohl emotional als auch nutzenorientiert sind

Man kann auch beides in einem Slogan verbinden, also rational argumentieren und emotional das Problem der Zielgruppe adressieren:

Wie der Carsharing-Anbieter Miles:

Deren Slogan war lange: „Pay for the Ride, not for the Traffic“

Sie adressieren also ganz gezielt den Schmerzpunkt der Leute, die sich in einer Großstadt einen Mietwagen leihen und dann hinter dem Lenkrad bibbernd hoffen, dass kein Stau kommt.

Rationaler und emotionaler Nutzen zusammen, das ist sehr stark.

Slogan erstellen, Claim oder doch lieber Tagline?

Vielleicht hast du neben „Slogan“ auch schon mal die Begriffe „Tagline“ oder „Claim“ gehört. Aber was ist da der Unterschied?

Oft werden „Slogan“, „Claim“ oder „Tagline“ als Synonyme verwendet, aber es gibt schon subtile Unterschiede. Die Kurzform:

Slogan

Bei einem Slogan geht es in der Regel darum, ein Produkt oder die Leistung einer Marke zu thematisieren und jemanden dafür zu gewinnen, dann das Produkt oder die Leistung zu erwerben.

Beispiel: Trade Republic „Lass dein Geld für dich arbeiten.“

Claim oder Tagline

Bei Claims oder Taglines hingegen handelt es sich eher um den Anspruch oder eine Behauptung, die eine Marke über sich selbst oder ihr Produkt macht oder aufstellt.

Dementsprechend geht es bei der Tagline oder dem Claim eher darum, deine Marke mit einer Idee zu verbinden. Ein Beispiel wäre z.B. Apple mit „Think different“.

Miles hat übrigens als Tagline „Carsharing made easy.“

Aber wie so oft sind die Grenzen auch manchmal fließend.

Anwendung:

Man könnte grob sagen, wenn du eine Kampagne startest, die den Verkauf deiner Produkte zum Ziel hat, dann kommt ein produktspezifischer Slogan zum Einsatz oder auch der eine allgemeine Slogan deiner Marke.

Wenn die Absicht ist, dein Unternehmen bekannt zu machen bzw. im Gespräch zu halten (also eher eine Imagekampagne), dann macht eher eine Tagline Sinn.

Slogan

thematisiert Produkt oder Leistung -> z.B. Produktkampagne

Tagline oder Claim

verbindet Marke mit einer Idee -> z.B. in Imagekampagne

Ein Unternehmen, mehrere Slogans?

Generell kann ein Unternehmen auch verschiedene Slogans haben, in der Regel einen Hauptslogan, der sich auf ihre Leistungserbringung bezieht, einen für jedes Produkt oder jede Produktkategorie und eine Tagline für das Unternehmen, die Überzeugung oder den größeren Zweck.

Außerdem ändern sich Märkte und Lösungen, und die Kommunikation einer Marke ändert sich entsprechend.

Hier ist ein Beispiel für mehrere Slogans und Taglines von einem Unternehmen (Adobe):

Im Leistungsbereich Creative Tools:

„Together, we create change.“

„Create tomorrow. Together.“

Im Leistungsbereich Unternehmenskommunikation:

„We’ll help you get ahead. And stay ahead.“

„All the solutions marketers need. All from Adobe.“

Die Frage ist aber natürlich: Brauchst du Slogans für alle deine Produkte plus Taglines bei einer Gründung oder mit einem kleinen Unternehmen?

Ganz ehrlich: Nein. Am besten fokussierst du dich auf einen guten Slogan für deine generelle Leistungserbringung. Und wenn dabei noch eine inspirierende Tagline abfällt: Top. Aber mach es nicht zu kompliziert.

Wann machen produktspezifische Slogans Sinn?

Gegebenenfalls wenn du sehr unterschiedliche Leistungsbereiche hast, dann könntest du mit themenspezifischen Slogans arbeiten (z.B. um auf der Startseite deiner Homepage oben im Headerbereich einen Slider mit den Themen zu platzieren, wo dann immer ein großes Bild zum Thema ist und darauf jeweils ein spezifischer Slogan steht oder so).

Aber mein Tipp: Starte erstmal mit einem allgemeinen Slogan für deine Leistungserbringung als Marke.

Schritt für Schritt den perfekten Slogan erstellen: Die Vorbereitung

In den Punkten zuvor ist denke ich klar geworden, dass der Slogan nur so stark sein wird wie die Marke, für die er steht.

Also das wichtigste zu erst: Fang nicht mit deinem Slogan an, sondern mit der Strategie für deine Marke.

Ich würde dir gerne sagen, mach dir eine nette Liste und dann frage 3 Freunde, und dann nimmst du das, was sie am besten finden.

Und ja, so kommst du schnell zu einem Slogan. Aber hier geht es ja darum, den perfekten Slogan zu finden.

Einen Slogan, der sich schnell einprägt und Menschen für deine Sache begeistert oder zumindest ihr Interesse weckt. Und der weder falsche Versprechungen macht noch hinter dem zurückbleibt, was deine Zielgruppe am Ende von dir erwarten kann.

Dafür musst du genau wissen:

A) Wer diesen Slogan äußert

= Die Marke deines Unternehmens

B) Wen du mit deinem Slogan ansprechen willst

= Deine Zielgruppe.

Im besten Fall hast du deshalb eine Markenstrategie.

Wenn du im Folgenden merken solltest, dass vieles für dich nicht so leicht zu beantworten ist, dann ganz ehrliche Empfehlung: Investiere nochmal etwas mehr Zeit in die Strategie für deine Marke, bevor du Zeit in deinen Slogan steckst. Wie beim Bau eines Hauses. Du würdest ja auch keine Fenster einkaufen, bevor du genau weißt, welche Grundrisse und wie viele Räume das Haus haben soll. Oder wie bei einem Buch. Niemand wird einen passenden Titel schreiben können, wenn er oder sie weder etwas über den Inhalt, den oder die Autor:in(nen) oder die Lesenden weiß.

Wir sind ja alle keine Hellseher, und nur wer wirklich ein klares Bild seiner Marke hat, wird wissen, was anzusprechen bzw. auszulösen ist in den Leuten und was der perfekte Slogan dementsprechend betonen sollte.

Also sorge für eine stabile Strategie, und erst dann würde ich einen Slogan entwickeln. Sonst wirkt der in 99% der Fälle beliebig, langweilig oder aufgesetzt. Und das ist das, was ein Slogan auf gar keinen Fall sein sollte.

Ich werde dazu auch noch Inhalte erstellen, die dir dabei helfen, eine Strategie für deine Marke zu entwickeln.

OK, Strategie entwickelt? Markenbild klar? Dann lass uns den perfekten Slogan für dein Business finden!

Slogan erstellen: Übersicht 5-Schritte-Guide zum perfekten Slogan

  1. Ideen sammeln / kreatives Brainstorming
  2.  Selektion
  3.  Verfeinern
  4.  Testen
  5.  Entscheidung & Integration

1. Slogan Ideen sammeln

Starte, indem du eine Liste von Wörtern, Sätzen, Bildern und Assoziationen erstellst, die mit deiner Marke und ihrer Botschaft in Verbindung stehen.

Spiele mit Worten, nutze Wortspiele, Reime und Stilmittel.

Um auf spannende Ideen für deinen Slogan zu kommen, können dir ggf. folgende Fragen helfen:

  • Was ist die große Idee hinter meiner Unternehmung?
  • Was ist die Leistung hinter meiner Leistung?
  • Was machen wir anders als unsere Konkurrenten?
  • Wie revolutionieren wir den Markt?
  • Wie könnte man die Argumentation gegen mein Produkt umdrehen?
  • Was ist der direkte Nutzen meines Produkts/Leistung für meine Zielgruppe?
  • Was ist der übergreifende emotionale Nutzen, den du deinem Kunden mit allen deinen Produkten bietest?

Tipp: Du kannst zusätzlich auch ChatGPT oder ähnliche Tools nutzen. Ich empfehle aber erst einmal selbst kreativ zu werden. Auch weil es dir erst einmal ein Gefühl dafür gibt, was funktionieren könnte und in welche Richtung du gehen könntest.

Wichtiger Hinweis zur Arbeit mit Sprachmodellen:

Das ist „bloß“ ein Werkzeug, ein Tool. Also überlasse ihm nicht das Denken. Wenn du nicht weißt, warum du dich für eine Version entscheiden würdest oder ob das stimmt, was dir die KI vorschlägt: Dann ist das ein klares Indiz dafür, dass hier gerade etwas nicht stimmt.

Also: Vorschläge immer kritisch hinterfragen

  • „warum das?“,
  • „warum wähle ich die Idee?“,
  • „Würde ich persönlich das auch so schreiben oder sagen?“

Ich nutze ChatGPT als einen ersten Inputgeber, ähnlich wie beim Brainstorming in der Gruppe. Da ist erst einmal nicht wichtig, ob alles 100% korrekt ist oder jede Formulierung perfekt sitzt. Es geht eher um die Gedankenanstöße und die Möglichkeit, sich über die eigenen Ideen hinaus zu inspirieren. Aber man muss die Ergebnisse einordnen können, bewerten können und man muss natürlich auch wissen, wie man diesem Tool die richtigen Antworten entlockt, sonst klingt das schnell beliebig und dann kann man sich das auch sparen.

Unabhängig davon, ob du mit ChatGPT arbeitest oder nicht:

Manchmal kommt man nicht weiter, dann denkt man „Wie soll ich auf andere Ideen kommen?“ Oder: „Mir fällt einfach nichts Originelles ein.“ Dann kann es helfen, wenn du Ideen zu Themen oder Kategorien sammelst.

Strukturgebung als Entscheidungshilfe: Die „Kategorien-Methode“:

Sammle in getrennten Listen Begriffe und kurze Sätze zu folgenden Themen:

  • Emotionen, die dein Produkt auslösen könnte.
  • Zum Thema: Nutzen für deine Zielgruppe.
  • Zum Thema: Probleme, die deine Kundinnen haben könnten.

Anschließend kannst du Ideen aus den verschiedenen Kategorien versuchen zu kombinieren.

Aber wichtig: Verfranse dich nicht zu sehr im Detail. In diesem Schritt ist der Faktor „Masse“ entscheidend. Versuche daher möglichst viele Ideen zu sammeln. ACHTUNG: Nicht zu viel Zeit mit dem Ausformulieren von Details verbringen, lieber eine weitere Variante erstellen.

Todo Schritt 1:

  • Liste von Wörtern, Sätzen, Bildern und Assoziationen generieren
  • Ggf. ergänzen durch KI
  • Themenlisten bilden

Ziel: Masse an möglichen Ideen generieren (100-150 Ideen)

2. Deine Slogan-Ideen selektieren

Du hast jetzt eine Liste mit, sagen wir, 100-150 Ideen für deinen Slogan.

Wähle jetzt die aus, die du am interessantesten findest. Dann bleiben vielleicht noch 30-40.

Vergebe jedem dieser 30-40 Ideen eine Sternebewertung. 1 = ganz schwach, 5 = ziemlich interessant.

Anschließend schreibst du nur noch die Ideen auf, die du mit mindestens 4-5 Sternen bewertet hast, auf eine neue Liste. Das ist jetzt dein neuer exquisiter Pool an Slogan-Ideen.

Versuche mal, dass es nicht mehr als 10 wirklich stabile Ideen sind.

Todo Schritt 2:

Ausgangspunkt: Deine Liste mit 100-150 Ideen

  • Die interessantesten 30-40 auswählen
  • Sterne vergeben ( ⭐️ – ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️) 
  • Neue Liste mit allen 4- bis 5-Sterneideen

Ziel: Neue Liste: max. 10 Ideen!

Bislang war da immer noch kein Rumformulieren am Detail. Denn dazu kommen wir jetzt:

3. Deinen Slogan verfeinern

Nimm dir diese besten Ideen noch einmal im Detail vor. Schau, ob du sie kürzen oder präzisieren kannst, und versuche, sie wirklich auf den Punkt zu bringen.

Wenn es dir schwerfällt, die Ideen zu bewerten, dann nutze auch wieder die Kategorien und gehe davon aus, was du mit deinem Slogan erreichen möchtest. Also z.B., wenn du den Nutzen in den Vordergrund stellen möchtest, gibt dir das ein besseres Entscheidungskriterium, mit dem du einige Ideen gleich aussortieren kannst.

Am Ende dieses Abschnitts sortiere wieder aus mit der Sterne-Bewertungsmethode. So lange, bis du bei nicht mehr als 3 möglichen Slogans bist.

ToDo Schritt 3

Ausgangspunkt: Deine Liste mit 10 Ideen

Bring es auf den Punkt.

  • Ist Kürzen möglich?
  • Ist Präzisieren möglich?
  • Für Auswahl ggf. wieder die „Kategorien-Methode“ nutzen. 

Ziel: Die besten drei Slogan Ideen auswählen.

4. Deine besten drei Slogan-Ideen testen

Jetzt testest du deine Slogans, indem du sie an Kund:innen und Mitarbeitende weitergibst und dir Feedback einholst.

Warum nicht Freund:innen und Familie? Weil das vermutlich nicht deine Zielgruppe ist, es sei denn, du suchst einen Slogan für eine Familienfeier. Außerdem wird deren Kritik vermutlich nicht sonderlich objektiv sein, weil sie dich nicht verletzen möchten.

„Der Köder muss dem Fisch schmecken, nicht dem Angler.“ Somit: Stelle deine Slogan-Ideen einem repräsentativen Teil deiner Zielgruppe vor, bitte um Feedback (viele werden sich davon auch wertgeschätzt fühlen, dass du sie um Rat fragst). Aber mache das am besten anonym.

Ganz wichtig dabei: Lass sie nicht einfach einen Roman schreiben. Du willst ja möglichst einfach eine Tendenz ablesen können. Außerdem gibt es häufig das Problem, dass persönliche Einstellungen, Erfahrungen und Prägungen eine objektive Wahrnehmung stark verfälschen. Z.B. findet eine Person das Wort „machen“ zu aggressiv, und die nächste mag keine Anglizismen. Dabei tut deren individueller Geschmack überhaupt nichts zur Sache.

Du kannst dem entgegenwirken, indem du allen ganz gezielte Fragen stellst und vor allem allen die gleichen.

Erstelle eine Liste oder ein Formular, schreibe oben jeweils einen der drei Slogans drauf, und dann die folgenden Fragen:

  1. Passt dieser Slogan zu dem Bild das du von unserem Unternehmen hast?
    Antwortmöglichkeit: JA/NEIN
  2. Findest du die Botschaft leicht nachvollziehbar und verständlich?
    Antwortmöglichkeit: JA/NEIN
  3. Würde dich der Slogen neugirig auf unser Unternehmen machen?
    Antwortmöglichkeit: JA/NEIN
  4. Wie einprägsam / Erinnerbar würdest du den Slogan einschätzen?
    Antwortmöglichkeit: Skala von 0-10
  5. Was sollte ein besserer Slogan deiner Meinung transportieren?
    Antwortmöglichkeit: EINGABEFELD (Begrenzt in der Zeichenanzahl)

Anschließend überarbeitest du deine Slogans mit dem Feedback deiner Kundschaft und deiner Mitarbeitenden.

To-Dos Schritt 4:

Ausgangspunkt: Deine besten drei Slogan Ideen

  • Die besten drei Ideen deiner Zielgruppe(n) vorstellen.
  • Feedback einholen anhand klarer, fest vorgegebener Fragen und Antwortmöglichkeiten.
  • Mit dem Feedback die Ideen überarbeiten

Ziel: Eindeutiges Feedback von deiner Zielgruppe

5. Entscheidung finaler Slogan & Integration

Fast geschafft! Jetzt geht es darum, die finale Auswahl zu treffen. Ggf. war das Ergebnis schon vollkommen klar, was du mit dem Feedback bekommen hast. Dann herzlichen Glückwunsch zu deinem neuen Slogan!

Solltest du jetzt immer noch 2-3 Ideen zur Wahl haben, dann nutze auch in diesem Schritt wieder die Methode mit den Kategorien, um dir bei der Entscheidung zu helfen.

Aber generell:

  • Beteilige nicht zu viele Leute am direkten Kreativ- und Auswahlprozess (viele Köche… du kennst das).
  • Habe den Mut, dich auch nicht 100% sicher zu sein (Perfektion ist der Tod alles Guten). Schaffe lieber Fakten. Im Zweifelsfall kannst du deinen Slogan ja auch immer noch ändern.
  • Ein letztes noch: Wie so oft bei den Guides und Frameworks hier – Wenn du unsicher bist oder Orientierung brauchst -> Starte dich an den Vorgaben. Wenn sich aber die tolle Möglichkeit ergibt, dann halte es nicht zu streng. Geniale Ideen im Bereich der Kommunikation müssen sich an überhaupt keine Vorgaben halten. Beispiel -> der lange Slogan von Mastercard. Also sieh diesen Guide als Orientierungshilfe, aber nicht als starren Käfig, der dich einschränkt.

Wenn du deinen neuen Slogan gefunden hast, integriere ihn natürlich in deine Marketingmaterialien, deine Website, auf Social Media und anderen Kommunikationskanälen.

Nutze für die finale Auswahl ggf. wieder die „Kategorienmethode“.

ToDos Schritt 5:

Ausgangspunkt: Das eindeutige Feedback von deiner Zielgruppe zu deinen drei besten Slogan Ideen

  • Finale Auswahl in möglichst kleinem Team treffen = wenige Entscheider:innen
  • Perfekt gibt es nicht.
  • Lass dich von diesem Guide nicht einengen. 
  • Deinen finalen Slogan in deine Kommunikation aufnehmen.

Ziel: Der perfekte Slogan für dein Unternehmen.

Fazit

Das Finden eines guten Slogans kann Zeit erfordern. Deswegen: Sei geduldig und experimentiere, um den Slogan zu finden, der am besten zu deiner Marke und deinen Zielen passt.

Sei auch auf negatives Feedback erst einmal eingestellt, gerade wenn du zuvor einen anderen Slogan hattest. Solange das nicht aus allen Richtungen kommt und nach Monaten nicht abreißt – weil wirklich niemand ihn gut findet (was du mit deiner Umfrage ja eigentlich schon verhindert haben solltest) – dann ignoriere das einfach.

Wir Menschen fremdeln halt oft mit Neuem, und das Alte erscheint dann oft als besser, auch wenn es eigentlich gar nicht mehr passt. Einfach nur, weil uns das Neue noch nicht so vertraut ist.

Alle deine Kernbotschaften

Einen Slogan zu haben, das ist schon wirklich wichtig; es ist halt eine der Kernbotschaften, die jedes Unternehmen haben sollte.

Aber natürlich gibt es noch mehr solcher Kernbotschaften, genauer gesagt 5. Und ganz ehrlich: Für die meisten Unternehmen reichen diese insgesamt 6 Kernbotschaften aus, um als Marke perfekt zu kommunizieren.

  1.  Der Slogan
  2.  Das Nutzenversprechen (Value Proposition)
  3.  Die Leistungssäulen
  4.  Die Schlüsselthemen
  5.  Der Elevator Pitch
  6.  Die Short Bio

Mit diesen Textvorlagen hast du eigentlich schon die wichtigsten Texte für deine Webseite zusammen und auch für deine IG- oder Facebook-Bio, sowie Themeninspiration für deinen Content auf einem Blog oder für ein Interview.

Ich werde in den nächsten Monaten zu jeder dieser Kernbotschaften einen Guide erstellen. Und ja, ich weiß, es kostet etwas Zeit und Gehirnschmalz, sich diese Vorlagen einmal gründlich zu erstellen, aber glaub mir, damit wirst du dir deine Markenkommunikation unglaublich erleichtern und dafür sorgen, dass dein Unternehmen immer stimmig über alle Kanäle hinweg kommuniziert. Unabhängig davon, ob du den Kanal selbst betreust oder dein Team dafür verantwortlich ist.

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Moin

Ich bin Michel, Markenentwickler und Kommunikationsstratege. 

Hier findest du Tools, Guides und Frameworks, die ich in den letzten 12 Jahren in der Zusammenarbeit mit Unternehmer:innen und Gründer:innen in der Praxis getestet und immer weiterentwickelt habe. 

 

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